Donnerstag, 17. März 2011

PA Nach den Erfahrungen in Japan: Raus aus Euratom!

Innsbrucker Grüne hoffen auf breite Unterstützung im Gemeinderat.


Bereits im Februar hatten die Innsbrucker Grünen einen Resolutionsantrag gegen den Europäischen Atomvertrag Euratom eingebracht. „Vor dem Hintergrund der grauenhaften Unfälle in Japan hoffen wir auf eine breite Unterstützung im Gemeinderat, wenn der Antrag im April erneut zur Abstimmung kommt“, erklärt Sicherheitssprecher Martin Hof von den Innsbrucker Grünen.


„Österreich fördert die Atomindustrie“, stellt der Grüne Gemeinderat Martin Hof klar und meint: „Weil wir immer noch Mitglied des Euratom-Vertrages sind, fließt auch Innsbrucker Steuergeld in die Förderung und Forschung von Atomtechnologie.“ Österreich überweise so jährlich mehrere Millionen Euro für die Förderung der Atomkraft.



Sieben Reaktoren in der Nähe


Sieben Reaktoren befänden sich allein in einem Umkreis von 250 km rund um Innsbruck. „Auch deshalb haben wir allen Grund, Druck für einen Totalausstieg in Europa zu machen. Der erste Schritt dazu ist, endlich kein Steuergeld mehr für die direkte Förderung der Atomtechnologie auszugeben“, bekräftigt Hof.


Gemeinderat Hof übt auch scharfe Kritik an Umweltminister Niki Berlakovich: „Umweltminister Berlakovich meint dazu, dass er sich in Euratom für höhere Sicherheit von Atomkraftwerken einsetzt. Aber spätestens Fukushima zeigt, dass er damit auf dem Holzweg ist“, ist der Grüne überzeugt. „Die enormen Risiken der Atomkraft bräuchten absolute Sicherheit. Die kann es aber gar nicht geben.“ Echte Sicherheit brächte nur der Ausstieg aus der Risikotechnologie, ist Hof überzeugt.


„Mit dem entstehenden Innsbrucker Energieentwicklungsplan bringt sich die Stadt gerade auf einen guten Weg. Das bedeutet: Energie sparen und erneuerbare Energiequellen nutzen“, so Hof. Das stärke auch die regionale Wirtschaft, Geld bliebe im Land anstatt an Atom- und Ölindustrie abzufließen. „Solche Bemühungen werden durch die Millionenzahlungen an die Atombranche konterkariert. Wir brauchen das Geld hier, auch in Innsbruck.“


Links:

Der Antrag im Wortlaut


Grafik: Umweltbundesamt

1 Kommentar:

Alex H. hat gesagt…

Ein Austritt und schrittweiser Ausstieg ist das einzig Richtige. Die breite Akzeptanz, die Atomenergie bis vor kurzen noch genossen hat, war einfach ungerechtfertigt und wenn auch jetzt viele Bürger ziemlich unreflektiert Panik schieben ist der Impuls völlig richtig und sollte auch genutzt werden!