Montag, 29. November 2010

Sonja Pitscheider gewählt


Unsere neue Spitzenkandidatin heißt Sonja Pitscheider. Sie ist Expertin in Verkehrs- und Umweltpolitik mit einem starken Hang zu sozialen Themen.

Mit Sonja habe ich ein gutes Gefühl für die kommende Wahl. Sie ist leidenschaftlich in ihren Themen und hart, wenn sie Missstände kritisiert, kommt aber gleichzeitig mit fast allen KollegInnen im Gemeinderat gut aus und kann sehr konstruktiv zusammen arbeiten, innerhalb und außerhalb der Grünen.

Besonders aufgefallen ist mir in den letzten Jahren, dass sie das politische Spiel sehr schnell gelernt hat, und sich problemlos auch in neue Themenfelder eingearbeitet hat. Alles in allem eine vielversprechende Option für 2012 denke ich.

Mehr über Sonja, ihre Arbeit und ihre Kandidatur gibt es auf ihrem Blog:

Pressemeldungen zu ihrer Wahl:

Mit dieser Entscheidung haben wir den ersten Schritt in der Vorbereitung auf die Wahl 2012 getan. Jetzt wartet viel Arbeit auf uns. Unsere Wahlstrategie will gut überlegt sein, eine neue Stelle im Büro ist zu besetzen, und die laufende Arbeit geht natürlich auch weiter.


Montag, 22. November 2010

Jetzt wird's ernst

Sonja Pitscheider oder Renate Krammer-Stark - am Freitag wählen wir Innsbrucker Grüne eine neue Spitzenkandidatin.

Eine von beiden wird als Nachfolgerin von Uschi Schwarzl mit uns in die kommende Gemeinderatswahl gehen. Sie wird einen großen Teil der Verantwortung dafür übernehmen, dass

- grüne Themen im Wahlkampf eine Rolle spielen und
- wir Grüne auch nach der Wahl eine starke Rolle spielen und die Stadt etwas Grüner machen können.

Wie sie das schaffen wollen, erzählen die beiden Kandidatinnen am Freitag ab 18 Uhr im Fotoforum West am Adolf-Pichler-Platz 8. Denn wer von beiden es tatsächlich machen darf, das entscheiden wie immer unsere Mitglieder in einer einfachen Wahl. Spannend wird's garantiert.

Übrigens sind grüne Wahlversammlungen ziemlich einzigartig, und auch über Gäste freuen wir uns immer.


Donnerstag, 18. November 2010

Die teure Angst vor den Wahlen


Die SPÖ will wegen der kommenden Gemeinderatswahlen Baustellen verschieben. Was das kostet, ist ihnen offenbar nicht so wichtig.

Erst intern, dann per Antrag im Gemeinderat versucht die SPÖ verzweifelt, notwendige Baustellen möglichst bis nach der kommenden Wahl aufzuschieben. Der Hintergrund: Die SPÖ ist mit in der Stadtregierung für Verkehr und Tiefbau zuständig und fürchtet sich offenbar vor wütenden AutofahrerInnen im Wahlkampf.

Weit hergeholt ist das nicht, das muss man ehrlich zugeben wenn man die Politik kennt: Diese Baustellen werden der SP bei den Wahlen weh tun. Was aber auch stimmt: Jede Verzögerung der Bauarbeiten kostet Geld, in diesem Fall enorm viel Geld.

Schon eine kleinere "Variante" des Wahlkampf-Baustopps, die nur im kleinen Rahmen der Stadtregierung diskutiert wurde, hätte 400.000 Euro gekostet - Steuergeld. Jetzt liegt hier ein neuer Antrag, der einfach pauschal eine Großbaustelle bis 2013 verschieben will. Dass schon ausgefeilte Projektpläne vorliegen, die Strom, Gas, Kabel, Fernwärme und vieles mehr koordiniert, damit möglichst nicht alle Jahre wieder die
gleiche Straße aufgerissen wird, ist der SPÖ eher wurscht. Was ihre Maßnahme kosten würde, fragt sie erst gar nicht.


Die SP weiß, dass ihr Vorschlag Steuergeld verschleudern würde. Sie weiß auch, dass die AutofahrerInnen bei einer Verschiebung eben nach der Wahl im Stau stehen statt vorher. Kurz: Sie weiß, dass man vernünftiger Weise die Baustellen jetzt abarbeiten muss. Nur- offenbar ist ihre Angst vor den WählerInnen zu groß.


Statt mit Visionen die Verkehrspolitik der Stadt zu prägen, statt zu versuchen die Stadt mit moderner Verkehrspolitik lebenswerter zu machen, setzen die GenossInnen lieber auf Momentaufnahmen und laufen ihren Ängsten nach. Ein schlechter Einstand für den neuen Verkehrsstadtrat Pechlaner in seiner ersten Gemeinderatssitzung.

Un-Logo: "Inns'bruck"s neues, pechschwarzes Logo

Kein Mensch außer der ÖVP versteht das neue Logo der Stadt. Weil es beliebig ist und nichts über Innsbruck sagt:

Aber wer macht eigentlich so einen Logo-Entwurf? Es ist die Agentur headquarter, eine Haus- und Hofagentur der ÖVP, die dafür 35.000 Euro Steuergeld der Stadt bekommt.

Es ist die Agentur von Martin Malaun (Geschäftsführer), dem ehemaligen "Organisationsreferenten" der Tiroler ÖVP und Berater des damaligen Innenministers Günther Platter.

Es ist auch die Agentur von Christoph Ulmer, der als Kabinettschef von Ernst Strasser im Innenministerium in die Schlagzeilen kam (ebenfalls Geschäftsführer). Viele der Mails, in denen Strasser mit Parteifreunden besprochen hat, wie ÖVP-Leute in wichtige Funktionen der Polizei gehievt werden sollen, gingen auch an ihn. Später bekam Ulmer auch von Minister Platter einen Berater-Auftrag, Kostenpunkt 250.000 Euro. So gesehen ist Innsbruck noch günstig davon gekommen. Aber die Bürgermeisterin einer schwarzen Bürgerliste ist halt auch keine Ministerin.

Zuletzt fiel headquarter damit auf, dass sie den Wiener ÖVP-Wahlkampf betreute. Zur Erinnerung: In diesem Wahlkampf plakatierte die ÖVP ihren wichtigsten Gegner, BM Häupl, in ganz Wien. Das Ergebnis ist bekannt.

Bei dieser schwarzen Agentur wundert mich eigentlich nur, dass die Schrift in unserem neuen Logo nicht auch noch schwarz ist - daher kommt also unser neues Logo.

Inns-bruck: "Schiache Beisln"

Übrigens wird das Logo auch bei englischsprachigen Menschen zu schweren Missverständnissen führen. Denn während ein "inn" auf englisch ein Gasthof oder eine Schenke ist, bedeutet "bruck" umgangssprachlich entweder "schiach" oder aber schlicht "pleite". Bei amerikanischen TouristInnen stellt sich Innsbruck in Zukunft also wahlweise vor als "schiache Beisln" oder im Besten Fall als "Gasthöfe, die pleite sind". (Quelle: Urban Dictionary)

Eine gewisse Ironie hätte ja zumindest die zweite Bedeutung für unsere Tourismuswirtschaft. Aber wenn dieses Logo tatsächlich kein Scherz zum Faschingsanfang sein sollte, dann ist es nach dem Wiener Wahlkampf der nächste Geniestreich der ÖVP und ihrer Agentur. Diesmal auf Kosten der Stadt.


Update aus dem Gemeinderat: Im Gemeinderat erklärte headquarter gerade, dass das Logo vielseitig verwendbar ist: Je nach dem Bild, auf das man es halt drucken (muss), passt es sich an und kann alles bedeuten. Beliebigkeit als Vorteil - womit wir wieder fast bei der ÖVP wären ;-)

Die Bürgermeisterin meint, dass headquarter einfach die beste Agentur war für das Logo, schließlich sei der Beschluss in der kleinen, (regierungs-)politisch besetzten Logo-Gruppe einstimmig erfolgt. Damit hat sie mich fast überzeugt, aber ganz sicher bin ich mir erst wenn feststeht, dass headquarter weder den Wahlkampf der BMin noch den der VP planen wird.

Montag, 8. November 2010

Hader, Düringer, Vitasek - und Ute Bock

Leokino: "Die verrückte Welt der Ute Bock"


Hader, Markovics, Gernot, Vitasek, Schidinger, Düringer - "Die verrückte Welt der Ute Bock" ist besetzt wie ein Kabarettfilm. Es gibt auch einiges zu lachen, allerdings mit einem ernsten und wichtigen Hintergrund.

Ute Bock ist ein Wiener Phänomen. Die bald 70-jährige Frau kümmert sich seit Jahren um Flüchtlinge in Wien, mit viel Energie und einem ganz besonderen Menschenbild. "Die Menschen sind, wie sie sind. Enttäuscht bin ich nie von ihnen."

Der Film zeigt in einem Zusammenschnitt aus dokumentarischem und inszeniertem Material die Arbeit und das Umfeld von Ute Bock und ihrem Verein: Von einer Flüchtlingsfamilie, die ums Überleben kämpft, zu Wiener Kieberern und einem Fremdenpolizisten, den das Gewissen plagt bis hin zu abgehobenen Politikern die ihr Gewissen auf die Schnelle beruhigen wollen.

Eine große Empfehlung für einen Kinoabend, der Spaß macht und zeigt, dass Engagement sich wirklich lohnt. Zu sehen im Leokino.