Freitag, 2. Juli 2010

PA YOG: 150 Euro Steuergeld pro Stadt-BürgerIn

Sponsoreneinnahmen: Regierung sagt den Menschen wieder nicht die Wahrheit

"Die Regierung sagt den Menschen schon wieder nicht die Wahrheit", ärgert sich der GRÜNE Sportsprecher Martin Hof. Gestern wurde bekannt, dass die Olympischen Jugendspiele (YOG) statt ursprünglich behaupteten 15 Millionen jetzt 24 Millionen kosten sollen. "Allein aus Steuergeld werden das schon 150 Euro pro BürgerIn sein. Und das in einem Jahr, in dem die Subventionen für die städtischen Sportvereine wegen der Krise um 30.000 Euro gekürzt wurden - ein Wahnsinn!"

8 Millionen Euro erwartet sich die Stadtregierung von zusätzlichen SponsorInnen. "Das ist vollkommen unrealistisch und das weiß die Stadtregierung auch. Aber sie traut sich nicht, den BürgerInnen offen zu sagen, dass sie dieses Geld aus ihren Steuern bezahlen wird! Das macht mich einfach wütend", erklärt Hof. Zum einen sei es in der Wirtschaftskrise grundsätzlich schwieriger, SponsorInnen zu finden. Zum anderen fallen auch viele potentielle SponsorInnen weg, weil das IOC mit seinen HauptsponsorInnen Exklusivverträge abgeschlossen habe, und weil bei den YOG Werbung bei den Sportbewerben grundsätzlich untersagt sei. Von SponsorInnen werde es also kaum mehr Geld geben, der gesamte Rest müsse aus Steuern bezahlt werden. Dazu Hof: "Man hat sich bei der Bewerbung verpflichtet, alle Wünsche des IOC zu finanzieren. Das ist völlig unverantwortliche Politik, für die wir alle jetzt die Rechnung bezahlen müssen."

Auch der Werbewert für den Tourismus werde nicht zu bemerken sein. "Die Spiele interessieren niemanden. Das IOC muss Fernsehstationen massiv unter Druck setzen, damit sie die YOG überhaupt ins Programm aufnehmen, von selber will das offensichtlich niemand senden", meint der GRÜNE Gemeinderat. Nur die RegierungspolitikerInnen hätten ein Interesse an den Spielen, weil sie sich damit ein paar schöne Medienauftritte kurz vor der kommenden Gemeinderatswahl erhofften. Hof: "Es ist jetzt wohl zu spät um auszusteigen. Diese Suppe haben uns ÖVP und SPÖ eingebrockt, wir dürfen sie jetzt auslöffeln. Da wäre es doch das Mindeste, den BürgerInnen wenigstens reinen Wein einzuschenken und ihnen zu sagen, wie viel jedeR Einzelne für das Prestigeprojekt der PolitikerInnen zahlen muss."

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