Donnerstag, 22. Juli 2010

Das jüdische Erbe des Kaufhaus Tyrol

Sie haben das neue Konzept der "Warenhäuser" nach Tirol gebracht. Die Nationalsozialisten richteten sie mit Hilfe der sonstigen Bevölkerung zu Grunde. Seit heute erinnert im neuen Kaufhaus Tyrol eine Gedenktafel an die jüdischen Gründer und Pioniere.


Das Kaufhaus wurde durch einen Boykott ruiniert, die Familien verfolgt, vertrieben oder ermordet. Entschädigt wurden sie für ihren Verlust auch nach 1945 nie.

Direkt neben der Tafel wird die Geschichte des Kaufhauses erzählt. Zu finden ist das alles im Erdgeschoß, gleich nach dem Eingang rechts.


Die Präsidentin der jüdischen Kultusgemeinde in Innsbruck Esther Fritsch enthüllte die Tafel. Im Hintergrund dabei war neben Grünen, SPÖ und der üblichen ersten Reihe an schwarzer Politik übrigens auch der umstrittene FPÖ-Obmann Richard Heis.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Theresienstraße: Die Stadt bin ich

Die Bürgermeisterin will die Maria-Theresien-Straße für Touristen und Einkäufe reservieren. Stadtleben ist unerwünscht, auch die Fahrräder sollen weg.

Christine Oppitz-Plörer will alles verbieten, was ihrer Meinung nach nicht auf die "Visitenkarte der Stadt" passt. Motto: Die Stadt bin ich.

Dazu gehören Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften und Parteien genauso wie Aktionen von NGOs (endlich keine mühsamen Protestaktionen vor dem Rathaus mehr!) und sogar "Staffelmalerei". Alles Dinge, für die sie sich offenbar schämen müsste. Sollten doch noch Veranstaltungen genehmigt werden, muss die Gestaltung an die Straße angepasst werden. Ich warte auf den ersten Bescheid, der goldene Sessel vorschreibt...

Besonderes Anliegen ist Oppitz auch, die Fahrräder aus der Fußgänger- und Radfahrzone zu verbannen, schließlich sieht das unordentlich aus. Wo die Räder bleiben sollen, ist mir ein Rätsel. Denn auch in der südlichen Theresienstraße, die jetzt neu gestaltet wird, fehlen Radständer.

Protest macht Sinn

Nach Druck der Grünen hat die Bürgermeisterin den Beschluss auf Oktober vertagt. Bis dahin sollen die Parteien Stellungnahmen abgeben. Je mehr Menschen in Mails, z.B. an christine.oppitz@magibk.at, Leserbriefen oder einfach in Facebook protestieren, desto eher wird dieser Akt endgültig entsorgt.

Im kleinen Innsbrucker Internet geht's rund
Und der Protest hat schon begonnen. Neben der Facebook-Gruppe "Nein zu einer scheintoten Maria-Theresien-Straße", Bloggereien von Gebi Mair ('Potemkinsches Dorf Innsbruck') und Uschi Schwarzl ('Die BMin will die Theresienstraße dicht machen') über die Hayek ('Willkommen in der Provinz') bis zum Querschreiber.

Zum Schluss hier noch Links zu den Artikeln der TT und der Krone.

Montag, 19. Juli 2010

PA GRÜNE wollen Football-WM in Innsbruck retten

Veranstaltung darf kein Opfer rot-schwarzer Streitereien werden

2010 sollte die Football-WM nach Österreich kommen und Innsbruck eine der Austragungsstätten werden. Angesichts des Booms von American Football in Innsbruck auch eine konsistente Sache. "Wir erwarten uns davon eine Unterstützung für den Football-Boom in Innsbruck, deshalb unterstützten wir auch die Idee" erklärt der Sportsprecher der Innsbrucker GRÜNEN, Gemeinderat Martin Hof. Die Sportanlagen seien außerdem vorhanden, von der Stadt brauche es 112.500 Euro Unterstützung. "Im Vergleich zu den Olympischen Jugendspielen YOG kostet diese WM nicht viel, sie hätte aber im Unterschied zu den YOG das Potential, dem aufstrebenden Breitensport im Football einen echten Impuls zu geben."

Nun habe Innsbrucks Sportreferent Christoph Kaufmann (FI) abgelehnt, das Geld für die WM zu bezahlen. Seine Fraktion "Für Innsbruck" enthielt sich bei seinem eigenen Akt der Stimme. "Sportreferent Kaufmann hat damit seinen eigenen Akt in der Stadtsenats-Sitzung abgeschossen" erklärt Gemeinderat Martin Hof. Die Bürgermeisterin-Fraktion FI wollte im Stadtsenat nicht einmal eine Sitzungsunterbrechnung zulassen, um noch offene Fragen zum Akt zu klären. Deshalb kündigte die SPÖ auch an, gegen den Akt zu stimmen, weil unklar war, wo das Geld herkommen soll.

Für die GRÜNEN ist die Angelegenheit klar: „Das Geld soll nicht den Sportvereinen weggenommen werden. Es soll aus den Geldern für die Tourismusförderung kommen. Aber das ist eigentlich eine kleinliche Streiterei“, wundert sich der GRÜNE Landtagsabgeordnete Gebi Mair. „Dass das Land nun erklärt, auch nichts zahlen zu wollen ist einem beleidigten Landesrat Gschwentner zuzuschreiben. Aber rational ist es nicht.“

Mair fordert alle Beteiligten auf, zur sachlichen Diskussion zurückzukehren: „Ich bin überzeugt, dass die Football-WM für Innsbruck noch gerettet werden kann. Sie darf nicht Opfer eines bürokratischen Streits in Stadt- und Landesregierung werden. Deshalb werden wir GRÜNE beantragen, die Gelder von Stadt und Land zur Verfügung zu stellen, um die Football-WM doch noch nach Innsbruck zu holen. Damit wollen wir der Verbreitung von Football in Tirol einen Turbo verpassen.“

Freitag, 2. Juli 2010

PA YOG: 150 Euro Steuergeld pro Stadt-BürgerIn

Sponsoreneinnahmen: Regierung sagt den Menschen wieder nicht die Wahrheit

"Die Regierung sagt den Menschen schon wieder nicht die Wahrheit", ärgert sich der GRÜNE Sportsprecher Martin Hof. Gestern wurde bekannt, dass die Olympischen Jugendspiele (YOG) statt ursprünglich behaupteten 15 Millionen jetzt 24 Millionen kosten sollen. "Allein aus Steuergeld werden das schon 150 Euro pro BürgerIn sein. Und das in einem Jahr, in dem die Subventionen für die städtischen Sportvereine wegen der Krise um 30.000 Euro gekürzt wurden - ein Wahnsinn!"

8 Millionen Euro erwartet sich die Stadtregierung von zusätzlichen SponsorInnen. "Das ist vollkommen unrealistisch und das weiß die Stadtregierung auch. Aber sie traut sich nicht, den BürgerInnen offen zu sagen, dass sie dieses Geld aus ihren Steuern bezahlen wird! Das macht mich einfach wütend", erklärt Hof. Zum einen sei es in der Wirtschaftskrise grundsätzlich schwieriger, SponsorInnen zu finden. Zum anderen fallen auch viele potentielle SponsorInnen weg, weil das IOC mit seinen HauptsponsorInnen Exklusivverträge abgeschlossen habe, und weil bei den YOG Werbung bei den Sportbewerben grundsätzlich untersagt sei. Von SponsorInnen werde es also kaum mehr Geld geben, der gesamte Rest müsse aus Steuern bezahlt werden. Dazu Hof: "Man hat sich bei der Bewerbung verpflichtet, alle Wünsche des IOC zu finanzieren. Das ist völlig unverantwortliche Politik, für die wir alle jetzt die Rechnung bezahlen müssen."

Auch der Werbewert für den Tourismus werde nicht zu bemerken sein. "Die Spiele interessieren niemanden. Das IOC muss Fernsehstationen massiv unter Druck setzen, damit sie die YOG überhaupt ins Programm aufnehmen, von selber will das offensichtlich niemand senden", meint der GRÜNE Gemeinderat. Nur die RegierungspolitikerInnen hätten ein Interesse an den Spielen, weil sie sich damit ein paar schöne Medienauftritte kurz vor der kommenden Gemeinderatswahl erhofften. Hof: "Es ist jetzt wohl zu spät um auszusteigen. Diese Suppe haben uns ÖVP und SPÖ eingebrockt, wir dürfen sie jetzt auslöffeln. Da wäre es doch das Mindeste, den BürgerInnen wenigstens reinen Wein einzuschenken und ihnen zu sagen, wie viel jedeR Einzelne für das Prestigeprojekt der PolitikerInnen zahlen muss."