Montag, 10. Mai 2010

PA Sportvereine gekürzt, aber 53.000 € für Olympiasieger!

*GRÜNE wollen Geld zum Breitensport umleiten*

Eine schon 1992 gegen die Stimmen der Grünen im Stadtsenat beschlossene Auszeichnung von olympischen MedaillengewinnerInnen sorgt erneut für Unmut bei den Innsbrucker GRÜNEN. Damals wurde festgelegt, dass den MedaillengewinnerInnen von Albertville namhafte Schillingbeträge in bar oder in Form eines Sparbuches übergeben werden. Dieser Beschluss soll nun in folgender Form erneut den Stadtsenat passieren: "Durch die Stadt Innsbruck werden AthletInnen, die den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in Innsbruck begründen oder für einen in Innsbruck ansässigen Verein gemeldet und startberechtigt sind, im Falle eines Erfolges (Gold-, Silber-, Bronzemedaille) bei Olympischen Spielen, in Würdigung ihrer Erfolge, Anerkennungsgeschenke in Form eines Sparbuches oder in bar (für die Goldmedaille 7.000,-, Silbermedaille 5.000,-, Bronzemedaille 3.000,-) übergeben."

Und es werde auch gleich zur Anwendung geschritten: Insgesamt 53.000,- Euro soll die Stadt für die (Para-)OlympionikInnen von Vancouver bereitstellen. "Es kann doch nicht sein, dass den Innsbrucker Sportvereinen mit der Begründung Wirtschaftskrise die Gelder gekürzt werden, während gleichzeitig SpitzensportlerInnen wie Gregor Schlierenzauer oder Andreas Kofler von der Stadt Innsbruck zusätzlich bezahlt werden", kritisiert Stadträtin Uschi Schwarzl.

"Mit diesen 53.000,- könnte man die gesamten Subventionskürzungen für die Innsbrucker Sportvereine ausgleichen", ärgert sich der GRÜNE Sportsprecher Gemeinderat Martin Hof. Zusätzlich würden sich mit diesem Geld noch Spezialförderungen ausgehen, z.B. für SportlerInnen mit Behinderung. Der politische Hintergrund bestehe wohl darin, dass sich RegierungspolitikerInnen bei der Übergabe der Gelder mediengerecht mit den Publikumslieblingen inszenieren können. Die GRÜNEN wollen, dass die Politik vor allem Breitensport fördert. Dazu Hof: "Kein einziger Mensch wird wegen dieser Sonderzahlungen anfangen, Sport zu betreiben. Das ist einfach sportpolitischer Nonsens."

Sollte der Antrag am Mittwoch im Stadtsenat beschlossen werden, kündigt StRin Schwarzl schon jetzt ein Minderheitenvotum an. Mit nur einem weiteren Stadtsenatsmitglied könnte die Angelegenheit so dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. Sollte sich dem aus Koalitionsräson kein/e Stadtsenatskollege/in anschließen, werden die GRÜNEN einen Dringlichkeitsantrag zur Aufhebung des Beschlusses im nächstwöchigen Gemeinderat einbringen. "Wir werden beantragen, das Geld dem Innsbrucker Breitensport zur Verfügung zu stellen." Denn eines ist für die GRÜNEN klar: "Geld für Medaillengewinne ist so ziemlich die verfehlteste Politik, die man im Sportbereich machen kann - auf die Gefahr hin, dass die PolitikerInnen damit ein schönes Foto in der Zeitung verlieren, soll diese Praxis eingestellt werden", so Schwarzl und Hof abschließend.

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