Mittwoch, 10. Februar 2010

PA Radikales Grünes Sportprogramm stellt Sport und nicht Tourismus in den Mittelpunkt

Felipe: "Sport ist mehr, als Funktionäre und TV-Events"

Auf das stark veränderte Sportverhalten und wollen die Tiroler GRÜNEN aufmerksam machen - auch deshalb haben sie sich für die Präsentation ihres neuen Sportprogramms das "Happy Fitness"-Studio in Innsbruck ausgesucht. "Denn die Verbands- und Funktionärsstruktur hat mit den immer stärker individualisierten sportlichen Bedürfnissen der Menschen nur mehr sehr wenig zu tun", betont Landtagsabgeordneter Gebi Mair. Einzigartig ist das Sportprogramm der GRÜNEN allein schon deshalb, weil die anderen Tiroler Parteien so etwas gar nicht haben. "Grüne Sportpolitik mit Ziel und Richtung" unterscheide sich von der Gießkanne, mit der ÖVP und SPÖ ihre Vereine immer wieder bediene, betont Gebi Mair.

"Wir sagen nicht nur, was wir wollen, sondern auch, was wir nicht wollen", betont die GRÜNE Landessprecherin Ingrid Felipe, selbst seit vielen Jahren Organisatorin von Sport-Veranstaltungen. "Sport hat eine wichtige soziale und integrative Funktion", ist die begeisterte Handballerin überzeugt. "Letztes Ziel der Sportpolitik muss die Förderung von Breitensport sein."

Von einer veränderten Schul-Architektur mit Bewegungsräumen über mehr Förderung für den Breiten- und Individualsport bis zu mehr sportlicher Infrastruktur, die auch ohne Vereinsmitgliedschaft zugänglich ist, reicht die Palette des neuen Grünen Sportprogramms. Um Jugendlichen eine breite sportliche Palette anbieten zu können, müsse Bewegung aber auch in Kindergärten und Schulen selbstverständlicher Teil der pädagogischen Arbeit sein. "Und da hapert's oft schon an der Infrastruktur, wenn Schulen keine oder schlechte Sportplätze und -hallen haben, wenn's in einer Gemeinde zuwenig Spielplätze zum Austoben gibt", so Ingrid Felipe. Von der schwierigen Sportplatz-Suche in Innsbruck bis zur nicht vorhandenen frauenspezifischen Sportförderung reicht die Palette der Kritik von Ingrid Felipe.

Und warum das Schlamassel? "Es gibt derzeit keine Sportpolitik. Weil es überhaupt keine Transparenz gibt" erklärt der Innsbrucker Grün-Gemeinderat Martin Hof. Wenn die Stadt ein Förderansuchen von einem Verein oder für eine Veranstaltung bekommt, wissen wir im Gemeinderat meist nicht einmal, wieviel Land und Bund für das gleiche Projekt zuschießen". Wenn sogar die Agrarförderungen der EU bis zur kleinsten Subvention für den kleinsten Bauern nachvollziehbar sind, könne die Intransparenz bei der Sportförderung kein Zufall sein. "Da wird ja teilweise Kraut und Rüben gefördert. Eine fernsehwirksame Sportveranstaltung einer Sportart, die in Tirol fast niemand betreibt, dürfte nach unserer Überzeugung nicht aus dem Sport-Fördertopf finanziert werden", so der Innsbrucker Gemeinderat. "Wenn wir solche Veranstaltungen wirklich brauchen, dann soll das Geld aus dem Tourismus-Topf kommen." Die Investitionen in Breitensport und in Großveranstaltungen stehe in Tirol momentan in keinem Verhältnis, rechnet Martin Hof alleine am Beispiel der Stadt Innsbruck vor: "Wir geben dieses Jahr 1,2 Mio. Euro für laufende Sportförderungen aus. Das Fass ohne Boden 'Youth Olympic Games' wird die Stadt zumindest das vierfache Kosten. Das sind völlig falsche Prioritäten", so Martin Hof abschließend.

Die GRÜNEN wollen ab jetzt auch die anderen Parteien zu aktiver Sportpolitik zwingen und kündigen schon jetzt an, die verfügbaren Informationen über die Sportförderungen von Stadt und Land im Detail zu durchforsten und die Verschwendung von Sportgeldern für andere Zwecke zu thematisieren.

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