Donnerstag, 10. Dezember 2009

Bürgermeisterin fühlt sich von BürgerInnen bedroht

BM Zach sorgt mit ihrer Reaktion auf den Besuch der "Artparade" für Chaos im Gemeinderat.

Mit der Artparade haben heute in Innsbruck KünstlerInnen und Kunstinteressierte auf der Maria-Theresien-Straße protestiert: Gegen die grassierenden Subventionskürzungen von Stadt und Land, das unwürdige Politspiel um den Kunstraum und das Aus für das Bierstindl.

Gerade kam ein Teil der "Parade" auf Besuch zur Gemeinderatssitzung. Etwa 60 Menschen kommen in den Sitzungssaal und setzen sich ruhig auf die Besucherplätze. So viele Zuhörer hatten wir noch nie - und offensichtlich fühlen sich manche von zu vielen BürgerInnen bedroht.

Allgemeines Chaos

Auf Antrag der SPÖ wird die Sitzung unterbrochen. In der Unterbrechung gehen die Besucher nach vorne, zur Bürgermeisterin. Die schreit sie an: Was das soll, sie dürften nicht nach vorne kommen, sie sollten sofort wieder zurück auf ihre Plätze gehen. Irgendwann fliegt ein wütend geschleuderter Kugelschreiber aus Richtung der Bürgermeisterin über meinen Tisch.
Lautstark unterstützt wird Zach dabei von ihrem Vize Sprenger (VP), und Kogler (LI) bewirkt sogar noch fast eine Handgreiflichkeit, als er einen Protestanten nach hinten schieben will.

Für Stadtrat Kaufmann (FI) ist sowieso klar, dass wir Grüne hinter der Aktion stecken. Das ist zwar Unsinn, was ihn aber nicht daran hindert, uns das durch den ganzen Raum schreiend zu unterstellen. Allgemeines Chaos.

Es ist absurd. Anstatt hallo zu sagen und sich den Protest kurz anzuhören, produziert unsere Regierung mit Hilfe der Liberalen um ein Haar einen echten Eklat. Weil sie Angst vor den BürgerInnen haben.


Heiteres Nachspiel

10 Minuten später ist alles vorbei. Die Artparade hat den Gemeinderat frustriert und beleidigt wieder verlassen, die Sitzung geht weiter. Dann geht die Tür nochmal auf, herein kommen 4 PolizistInnen. Sie befragen die erste Person auf den Besucherplätzen - VP-Klubobmann Martin Krulis. Allgemeine Heiterkeit und Rufe: Nein, das ist der Falsche!

Es waren bei dieser Sache wirklich einige Menschen fehl am Platz. Aber nicht unbedingt die Leute von der Artparade.

Kommentare:

Michael Bauer hat gesagt…

draußen vor der tür, wo sich noch ein paar "pöse" demonstrantInnen aufgehalten haben, haben die mE etwas übereifrigen beamtInnen dann noch die leute gehindert in den lift einzusteigen und wollten personalien aufnehmen. also aufpassen: wer es wagen sollte demokratie zu leben und damit hilde zach nicht ins konzept passt, wird behandelt wie einE kriminelleR.

Daniel R. hat gesagt…

War wirklich traurig, die "Bürgernähe" unserer werten Frau Zach so hautnah miterleben zu dürfen. Eine Schande für Innsbruck.

pumuckl hat gesagt…

und unten in der maria-theresien-str. ist einstweilen die (völlig ordnungsgemäß angmeldete) kundgebung abgedreht worden.

ein meisterstück an demokratiebewusstsein war das heute wieder einmal!

Gebi Mair hat gesagt…

ZuhörerInnen im Gemeinderat, das geht nun wirklich nicht. Wo kommen wir da hin, wenn Politik öffentlich wird?

www.gebimair.at

Anonym hat gesagt…

ma ja, des gefuehl ein krimineller zu sein war des haerteste daran