Dienstag, 3. November 2009

Wahnsinn um die Sportgelder

Der Bundesrechnungshof bestätigt Kritik der Grünen und zerreißt die Sportpolitik von SPÖVP in der Luft.

Wahnsinn. Einen so vernichtenden Kontrollbericht habe ich bisher glücklicherweise noch nie bekommen. In der Folge nur einige der Kritikpunkte aus der Zusammenfassung:
  • "geringe Transparenz der Mittelströme zu den Letztempfängern"
  • "Personelle Verflechtungen - Mit der Förderungsgewährung befasste Mitarbeiter auf Bundes- und Landesebene waren gleichzeitig auch in Funktionen (z.B. Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte, Rechnungsprüfer) oder Gremien von Förderungsempfängern tätig."
  • "teilweise verwaltungsaufwändige Abläufe sowohl für den Förderungsgeber als auch für die Förderungsempfänger"
  • "Fehlende Übersicht über die Gesamtfinanzierung bzw. die Gesamtgebarung großer Färderungsempfänger"
  • "bis zu fünf Förderungsgeber waren mit der Förderungsgewährung und Abrechnung befasst"
  • "Fehlende Schwerpunktsetzungen insbesondere im Leistungs- und Spitzensport"
  • "durchgängige Evaluierungen [...] fehlten weitestgehend"
  • "Die Vereinbarungen definierten [...] nicht ausreichend präzise. Dies führte zu langwierigen Entscheidungsprozessen, so dass mehrere Jahre nach Fertigstellung der Projekte die Finanzierung noch nicht endgültig geklärt war. Gegenüber den ursprünglich veranschlagten und den tatsächlichen Projektkosten kam es - teilweise durch Projektänderungen - zu erheblichen Abweichungen."
  • Strukturförderung: "Der ÖFB konnte aufgrund seiner gesetzlichen Sonderstellung mit diesen Mitteln teure Projekte verwirklichen, deren Kostenangemessenheit nicht nachvollziehbar war."

Die Liste könnte man noch seitenweise fortsetzen. Spätestens jetzt muss die Sportpolitik aufwachen und die Strukturen im Sport auf völlig neue Beine stellen. Tut sie es wieder nicht, dann müssen sich die PolitikerInnen von Rot und Schwarz den Vorwurf gefallen lassen, vorsätzlich ein sinnlos teures, dunkles und ineffizientes System zu schützen.

Den Bericht gibt es online zum Nachlesen, und zwar hier.

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