Montag, 9. November 2009

Pröll wirbt für Arbeit ohne Lohn

Unser Vizekanzler findet, dass die Unis mit ihren Ressourcen halt auskommen müssen. Dafür bewirbt er mit viel Aufwand präkere Beschäftigungsverhältnisse.

Ein Traum, zum greifen nah: Die ÖVP verlost im Internet per Voting eine Woche mit Josef Pröll. Gut, die Homepage ist im Design schreiend peinlich. Aber was ist der Inhalt hinter dem "Superpraktikanten"?

Viele junge AkademikerInnen haben heute das Problem, dass sie oft jahrelang in schlecht- oder gar nicht bezahlten Praktika festsitzen, bevor sie mit Glück einen "richtigen" Job bekommen. Über das nicht grade einfache Leben dieser "Generation Praktikum" gibt es inzwischen jede Menge Bücher und Studien.

PraktikantInnen sind für die großen Firmen, die sie beschäftigen, erstmal vor allem ausgebildete, billige und unverbindliche Arbeitskräfte. Gibt es Probleme oder hat man grade keinen Platz mehr in der Firma, sind sie bald wieder weg; will man doch jemanden anstellen, kann man das nach einem Jahr immer noch. Inzwischen kostet die Arbeitsleistung sowieso kaum Geld.

Dieses Konzept findet unser Finanzminister ansprechend genug, um darauf seine kleine Werbekampagne für sich selbst aufzubauen. Ein schlimmes Zeichen.


Ich habe übrigens auch abgestimmt, für Barbara Toth. Die "Falter"-Journalistin würde ich Josef Pröll wirklich gern eine Woche lang zur Seite stellen. Auch um dann zu lesen, wie seine Arbeitswoche denn so abläuft. Derzeit führt sie überlegen im "Highscore" vor Niko Alm und Klaus Werner-Lobo, dem Autor des "Schwarzbuch Markenfirmen".

Aber wahrscheinlich ist meine Stimme verloren: Denn wenigstens eine verwirklicht sich mit dem Superpraktikanten einen Traum: In den Teilnahmebedingungen behält sich die ÖVP "das Recht vor [...] allenfalls das Wahlergebnis zu korrigieren bzw anzugleichen."

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