Montag, 22. Juni 2009

Chronik einer Sportstadt

Allmählich wird es unübersichtlich in der Sportstadt Innsbruck. Auf blütenreine Abrechnungen folgen Millionenlöcher, auf Christoph Platzgummers Rücktritt wilde Gerüchte um seine Rückkehr. Inzwischen will eine umsichtige Bürgermeisterin zur Sicherheit schon mal Geld für das nächste Millionenloch zurücklegen.

Verwirrt? So kompliziert ist es gar nicht. Hier die Chronologie einer Farce:

Dezember 2008. Landesrechnungshof und Innsbrucker Kontrollabteilung prüfen die finanzielle Abwicklung der Euro. Was sie nicht wissen: Sie bekommen jeweils verschiedene Abrechnungen zu sehen. Die Buchhaltungen der Olympiaworld und des Vereins, der sie mit der Durchführung der Fanzonen beauftragt hat, stimmen nicht überein.

13. April. Der Bericht der Kontrollabteilung wird öffentlich. Darauf aufbauend bescheinigt die TT dem Verein eine "fast blütenreine Weste".

22. Mai. Das Finanzloch bricht auf. Die verschiedenen Abrechnungen hatten insgesamt einen Fehlbetrag in Millionenhöhe versteckt. Nachdem das öffentlich bekannt wird, tritt Christoph Platzgummer von allen Ämtern zurück.

Ende Mai. Während der ehemalige Vizebürgermeister und Euro-Chef von Medien und FPÖ für seine Konsequenz gelobt wird, werden alle Abrechnungen noch einmal geprüft.

Juni. Der Ex-Geschäftsführer der Euro, Martin Schnitzer, gerät zunehmend unter Druck. Schnitzer leitet inzwischen die Vorbereitungen für das nächste Sport-Großevent, die Olympischen Jugendspiele 2012 (YOG).

Heute. Platzgummer ist wieder da. Zumindest in der TT, die ihn gerüchtehalber schon als Nachfolger von Schnitzer bei den YOG sieht. Damit ist der konsequente Mann, der wegen des Mismanagements bei der Euro zurückgetreten ist, plötzlich wieder heißer Kandidat für den wichtigsten Posten in der YOG-Organisation.

Und diesmal ist vorgesorgt: Bürgermeisterin Zach kündigt an, vorbeugend zusätzliches Geld für die YOG zurückzulegen, eine Sonderrücklage für Unvorhergesehenes. So wird das nächste Finanzloch schon gestopft, bevor es überhaupt entstanden ist.


Fortsetzung folgt. In Deiner Sportstadt.

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