Dienstag, 5. Mai 2009

PA Landespolitik führt Wacker ins Desaster / Mair, Hof

Grüne: Frauen-Team nicht auf dem Altar der Phantasien von Sportfunktionären opfern

"Seit sich die Landespolitik beim FC Wacker einmischt, geht die Entwicklung in die völlig falsche Richtung" erklärt der GRÜNE Sportsprecher im Landtag, Gebi Mair. "Zuerst gab es jahrelang leere Versprechungen und man wollte den Verein verhungern lassen. Seit das Land am Ruder ist, steuert man allerdings in Richtung Abgrund." Die guten Ansätze wie die Einbindung der Fans würden aufgegeben, dann habe eine Diskussion über die Nachwuchsarbeit begonnen und nun setze man lieber auf teuren Club-Fußball als auf ein breites Projekt.

Die GRÜNEN plädieren vehement für den Erhalt des Wacker-Damenteams. "Frauenteamsport wird in Österreich kaum gefördert, deshalb muss dieses Projekt unbedingt erhalten bleiben", so Gebi Mair. Im Frauenfußball gebe es international äußerst positive Entwicklungen, da dürfe sich Tirol nicht abkoppeln. Jetzt entscheide sich die Frage, ob Tirol im Frauenfußball weit vorne mitspielen wolle oder ob man lieber darauf verzichtet. Auf der Wacker-Homepage finden sich auch jetzt schon die Erfolgsmeldungen: "4.5.09 Damen weiter auf dem Vormarsch / 3.5.09 Finale – Wacker-Damen erreichen ÖFB-Cupfinale." In den Lizenzierungsbedingungen des ÖFB sind Frauenteams im Nachwuchsbereich explizit erwähnt, und Gender Budgeting steht inzwischen im Verfassungsrang, erinnern die GRÜNEN.

GRÜNEN-Gemeinderat Martin Hof sieht den Frauenfußball international stark im Kommen: "Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland steigt das Interesse. Dieser Trend ist auch in Österreich spürbar. Das Damenteam des FC Wacker ist ein wichtiger Bestandteil der Sportpolitik in Tirol und darf jetzt nicht auf dem Altar der Phantasien von Sportfunktionären geopfert werden." Über 70 Prozent der Sportförderung in Österreich gehe an Männer, berichtet MartinHof. Im Frauensport werden vor allem Einzelsportlerinnen gefördert, aber nur sehr wenige Teams. Deshalb sei es unbedingt notwendig, dieses sportlich erfolgreiche Team zu erhalten. "Ich wünsche mir einen breit aufgestellten FC Wacker und nicht ein verschlanktes Team zugekaufter Spieler. Die Wacker-Damen können österreichweit ganz weit vorne mitspielen. Da wird nicht nur Breitensport abgedreht, sondern auch Spitzensport. Die Begründung dafür ist haarsträubend, und ich finde es sehr schade dass die Sportfunktionäre nicht sehen, welche Bedeutung Frauenfußball in einigen Jahren haben wird. Dafür braucht es Nachwuchsarbeit, sowohl mit Männer- wie auch mit Frauenteams. Ich hoffe stark, dass diese falsche Entwicklung noch gestoppt werden kann."

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