Donnerstag, 16. Oktober 2008

Chaos in der IIG

Wir alle, die Stadt Innsbruck und ihre BürgerInnen, besitzen eine Firma, die für uns unsere Gebäude verwaltet. Rund 6.000 Wohnungen, 200 Geschäftsgebäude und über 50 Schul-, Hort- und Kindergartengebäude werden von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) betreut.

Als unsere Spezialistin für Immobilien wurde die IIG von der Stadt beauftragt, die neuen Turnhallen in der Siebererstraße im Saggen zu bauen. Diesen Bau hat die Kontrollabteilung routinemäßig überprüft, und -

- das Ergebnis ist haarsträubend:

Die IIG hat der Stadt über das Baukonto Rechnungen verrechnet, die in Wirklichkeit die Volksschule Amras betreffen; weiters Reperaturen von Wasserschäden, für die die IIG Schadenersatz bekommen hatte. Auch der Einbau einer neuen Heizung für die ganze Schule wurde auf das Turnhallen-Konto gebucht und der Stadt verrechnet, offenbar weil dort gerade noch "Platz" dafür war. In Wirklichkeit hätte diese Heizungssanierung als Instandhaltung gebucht und aus den Mieteinnahmen abgerechnet werden müssen.

Dazu fällt noch ein Posten besonders auf: 81.000 Euro forderte die IIG von der Stadt unter dem Titel "Leitungen umlegen". Als die Prüfer nachfragen, was darunter zu verstehen ist, bekommen sie nach Tagen die Antwort, man habe Leitungen in einem Boilerraum neu verlegen müssen.

Ein Boilerraum für 80.000 Euro?? Das kann keine Teuerungswelle erklären. In einer korrigierten Abrechnung wird der Posten dann plötzlich kleiner, es sind nur noch knapp 35.000 Euro. Im Kontrollamtsbericht wird vermerkt, dass die Prüfer nicht wissen, was mit dem Rest der Summe passiert ist, die IIG konnte das nicht schlüssig erklären.

Um nicht missverstanden zu werden: Der Bericht unterstellt nicht, dass jemand Geld eingesteckt habe oder ähnliches. Aber er zeichnet ein Bild von strukturellem Chaos, Nachlässigkeiten und schwer erträglicher Arroganz der Stadt als Eigentümerin gegenüber.

Die IIG ist ein Kernbetrieb der Stadt. Sie enthält einen guten Teil unseres "Familiensilbers", also der Werte, die die Stadt besitzt und für die Allgemeinheit verwaltet und nutzt. Und ausgerechnet dort ist offenbar der Wurm drin.



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