Donnerstag, 25. September 2008

Platter ist zwei Jahre hinten

Heute ärgere ich mich beim Zähneputzen. In der TT finde ich ein großes Interview mit dem Landeshauptmann zur Sicherheitsdiskussion.

Platter sagt jetzt das gleiche wie unsere Sicherheitspolitiker (ohne -Innen, Frauen sind keine dabei) vor zwei Jahren beim Rapoldipark, im gleichen Wording. Er geht davon aus, dass es genügt, den Jugendlichen aus dem Maghreb hier das Leben und vor allem das Geschäft im Drogenhandel schwer zu machen, dann würden sie in eine andere Stadt gehen bzw von der italienischen Mafia woanders hin geschickt werden.

Tatsache ist, dass sie es über ein Jahr lang tatsächlich besonders schwer hatten, nach der Einführung der Schutzzonen im Rapoldipark. Es gab keinen klaren Treffpunkt, keine Anlaufstation. Das hat sicher auch ihrem Geschäft massiv geschadet (da haben sich die eingesessenen, einheimischen Dealer gefreut). Gäbe es ein Mastermind hinter dieser Szene, eine ökonomische Planung, dann wären sie schon längst in der Schweiz oder anderswo "im Einsatz".

Tatsächlich sind sie aber hier geblieben. Sie gehen nicht weg, weil sie nicht wissen wohin sie sollten, wo es ihnen besser gehen oder sie anders leben könnten. Und nach zwei Jahren sollte klar sein, dass sie nicht hierarchisch mafiös durchorganisiert sind, sondern eben eine lose Szene. Sogar der innsbrucker VP-Vizebürgermeister Sprenger hat das erkannt. Er war vor kurzem in der TT damit zitiert, dass man die Jugendlichen nur entweder einsperren könne bis man sie eventuell mal doch abschieben kann, oder sie integrieren müsse. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht, und da hat er Recht.

Nur der Herr Bundesminister a.D. hat zwei Jahre verschlafen.

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