Freitag, 11. April 2008

PA GRÜNE fordern Unterstützung statt Überwachung

"An den Schulen braucht es Unterstützung statt Überwachung" ist der GRÜNE Landtags-Kandidat Gebi Mair überzeugt. Schulen aus Ostösterreich haben bei der Datenschutzkommission Anträge auf Erlaubnis zur Videoüberwachung von Schulgängen gestellt. "Dass polizeiliche Maßnahmen gegen SchülerInnen angedacht werden, ist ein Zeichen der Überforderung. Ich bin überzeugt, dass Schulen mehr Ressourcen brauchen und nicht mehr Kameras", so Mair.

Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und BeratungslehrerInnen seien die richtigen Maßnahmen zur Bearbeitung von Konflikten. "In Schulen braucht es Freiräume, um mit Konflikten umgehen zu lernen. Schulen sind eben nicht nur dazu da, Leistungsdruck zu erzeugen und die Leistung zu kontrollieren. Schulen sind auch ein sozialer Raum", erklärt Mair.

Gemeinderat Martin Hof weist auf das Grundrecht auf Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung hin: "Überwachung vor dem Schulklo ist der Gipfel des Absurden. Es gibt ein Recht der Bürgerinnen und Bürger, in Ruhe gelassen zu werden" zitiert GR Hof das deutsche Bundesverfassungsgericht: "Videoüberwachung ist Beobachtung und Kontrolle, damit wird für die Beobachteten die persönliche Entfaltung und Entwicklung behindert." Das habe schon der Autor George Orwell erkannt, dessen allgegenwärtiger 'Großer Bruder' eben keine selbständigen wertvollen Mitglieder der Gesellschaft produziere, sondern geist- und gesichtslose Massenwesen.

"Jugendliche sind besonders verwundbar, weil sie diesen Druck noch viel stärker spüren als Erwachsene" so Hof weiter. Der Grüne hofft, dass dieses Beispiel in Innsbruck nicht Schule macht und die bereits installierte Kamera in der HTL Anichstraße wieder abmontiert wird. Dass Roman Nell, der Direktor des akademischen Gymnasiums in Innsbruck laut Medienberichten "unbedingt" die SchülerInnen mit Videokameras überwachen wolle halten Hof und Mair für eine "pädagogische Bankrotterklärung des Direktors."

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